Wie es sich für ein französisches Auto ziemt, hatte der Citröen eines Besuchenden ein ordentliche Delle in Tür. Als einigen von uns davon berichtet wurde, war schnell der Plan gemacht, dass unser geballtes YouTube-Wissen zum Einsatz kommen sollte, um die Beule zu entfernen. Das Internet zeit schließlich viele Video’s von „Car body repair shops“, wie sie mit verschiedensten Werkzeugen auch die schlimmsten Knautschzonen wieder den vermeintlichen Originalzustand versetzt werden. Das allerwichtigste dabei ist, dass dabei die verschiedensten Werkzeuge genutzt werden. Und wir alle wissen, das Werkzeuge gut sind. Je mehr, desto besser.
Nachdem zunächst eine Weile überlegt wurde, wie denn in der Theorie am besten diese Türbeule glattgezogen werden konnte und ein Anflug von bike shedding in der Luft hingt, wurde doch zur Praxis übergegangen.
Der Citröen wurde zur Werkstatt gefahren und innerhalb kürzester Zeit war die Innentürverkleidung abmontiert. Irgendwie ist es sogar gelungen, keinen der vielen Plastikclips abzubrechen. Auch der widerspenstige Metallclip, mit dem der Fensterheber festgehalten wird, wurde erfolgreich mit einem Flachkopfschraubendreher überlistet. Hinter der Verkleidung erwartete uns, so waren wir uns schnell einige, die Dampfbremse. Eine Plastikfolie, die Feuchtigkeit der Witterung dort lässt, wo sie hin gehört: Außerhalb der Fahrkabine. Es blieb uns trotzdem nichts anderes übrig, als die Folie zu opfern. An den Stellen, wo von Innen die Dellen im Außenblech zu sehen waren, wurde die Dampfbremse eingeschnitten, um mit Werkzeugen ans Außenblech heranzukommen.


Der Physik zu Folge dehnt sich Metall mit zunehmender Temperatur aus, also wurde sehr vorsichtig versucht mit einem Gasbrenner das Blech direkt um die Beschädigungen zu erhitzen, ohne jedoch dabei den Lack nachhaltig zu beschädigen. Mit einem abgerundeten Stück Weichholz (in der Fachliteratur auch schon mal „Dachlatte“ genannt) und einem Gummihammer wurden den Dellen von der Innenseite leichte Schläge (auf den Hinterkopf?) gegeben. Mit Freude konnten, wir sehen, wie endlich Theorie und Praxis zusammenkamen und die erste Delle, etwas weniger dellig wurde. Dieser Prozess wurde entsprechend so lange wiederholt, der allergrößte Teil des Bleches wieder an der Ursprungsposition war. Einen kurzern Abgleich mit dem Autobesitzenden mit ein paar Fotos später, wurde beschlossen, dass dies ein klares Exempel für ein „good enough“ ist. Die Dampfbremse wurde mit Duct-Tape wieder geschlossen, die Innenverkleidung wieder montiert und das Fahrzeug stolz dem Besitzenden vorgeführt.
